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Happy Birthday: Tims Kommentar zu 30 Jahre Mac

Viele meiner Freunde und Bekannten bezeichnen mich gerne als Apple Fanboy. Das liegt wohl daran, dass ich ehemals einen Apple Blog geführt, einige Monate bei einem Apple Reseller gearbeitet habe und auch einen Mac, iPod sowie ein iPhone besitze. Da hört es aber auch schon wieder auf. Kein iPad, noch kein Apple TV oder sonstwas. Apple wird gerne als überteuert und die Kunden als markengeil bezeichnet und damit haben die Hater vermutlich sogar manchmal recht. Ein Großteil der iOS Kundschaft kauft sich die Geräte nur weil sie hip und cool sein wollen, doch das ist  jamittlerweile bei Samsung & Co. nicht mehr anders. Ja genau, ich rede von den “Ey, Quad Core, alter!” Kiddies.

Mein erstes Apple Produkt war ein iPod Classic, den ich mir in der Mittelstufe einmal zum Geburtstag gewünscht habe, da ich zu den Leuten mit einer sehr großen Musiksammlung gehöre, die ihre zig-dutzend Gigabyte Musik immer mit sich haben möchten. Mit diesem war ich sehr zufrieden, meine Begeisterung für Apple Produkte begann jedoch erst einige Jahre später, mit dem Kauf meines ersten MacBooks für die Oberstufe. Nachdem ich bei einem Kumpel einen faszinierenden Nachmittag mit dessen brandneuen iMac verbracht habe (er ist Musiker), stand die Entscheidung fest: Ein Mac muss her. MacBook 13″ mit Unibody Aluminium Gehäuse – das erste seiner Baureihe und ein wahrer Augenschmaus, schon damals. Zum Entsetzen meiner Eltern habe ich für das Gerät meine gesamten Ersparnisse verbraten, obwohl ich im Nachhinein jederzeit unterschreiben würde, dass es das – mit Abstand – beste Gadget war, dass ich jemals erworben habe.

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Nachdem ich in den Jahren vor meinem Umstieg immer deprimierendere Erfahrungen mit Windows gemacht habe – Stichwort Vista – war ich von Apples Betriebssystem OS X sofort hin und weg. Alles lief direkt sehr zuverlässig und kam von Haus aus mit allem, was man sich als Schüler gebrauchen kann. Selbst das Officepaket iWork, welches mittlerweile ebenfalls kostenlos ist, gab es damals für einen günstigen Preis vorinstalliert. Das gleiche gilt für die großen Betriebssystemupgrades, welche mit Preisen von unter 30 Euro bereits damals schon lächerlich günstig auf mich wirkten. Mittlerweile kosten sie gar nichts mehr und erfolgen im Jahrestakt. Letztendlich zahlt der Kunde nur noch die Hardware und erhält aktuelle Software für die nächsten Jahre – ein Luxus der den hohen Preis der Premium-Computer von Apple durchaus rechtfertigt. Dank des durchdachten Aufbau des Betriebssystems und nützlichen Tools wie Automator und Time Machine habe ich schnell gelernt, dass es auch einfach und effizient geht. Zwei Dinge die bei Microsofts Windows so eine Sache sind …

We’re just in the beginning stages of what will be a truly remarkable breakthrough for most people — as remarkable as the telephone.

Steve Jobs, 1985

Software wie der Bildeditor Pixelmator und Apples Keynote Präsentationsoftware haben mich schließlich mit ihrem genialen Featureset, Benutzerfreundlichkeit und Interface restlos überzeugt. Auf dem Mac wirkte alles viel homogener und mit mehr Liebe zum Detail entwickelt als ich es bisher gewohnt war – einschließlich der Dritthersteller Apps. Arbeiten machte auf einmal Spaß! Auch die Hardware meines MacBooks hat jahrelang gute Dienste geleistet. Obwohl ich nie den schnellsten Prozessor oder die beste Grafikkarte hatte, haben diese Computer einfach Raffinessen, die man bei der Konkurrenz nicht findet und die diese Nachteile schnell wieder in den Hintergrund drängen. Das tolle Multi-Touch Trackpad, die sehr gute Verabreitung, die überdurchschnittliche Akkulaufzeit und die Tatsache, dass ich den Computer monatelang (!) im Standby betreiben konnte, ohne irgendwelche Probleme zu bekommen. Langlebigkeit ist auch ein Stichwort. Durch meinem Nebenjob bei einem Apple Reseller habe ich Kunden kennengelernt, die immer noch mit ihrem alten iBook von der Jahrtausendwende arbeiteten und immer noch zufrieden mit der Geschwindigkeit ihres Systems waren. Die Abstimmung von Hardware und Software hat offensichtlich ihre Vorteile.

Heute arbeite ich neben meinem Studium in der Software-Entwicklung und verwende dabei regelmäßig Android und Windows 8 Geräte. Dabei ist mir aufgefallen, dass Android mittlerweile durchaus eine gute Alternative zum iPhone geworden ist und auch in Sachen Qualität oftmals nicht mehr weit von den Produkten aus Cupertino entfernt ist. Ich denke ich hätte langfristig kein Problem mit dem Umstieg, sehe nur bisher keinen Grund zu wechseln. So habe ich zumindest noch mein kleines Apple Ökosystem, dass in Symbiose arbeitet und mir Zeit und Arbeit spart.Was jedoch meinen Mac angeht, so ist meine Meinung unverändert: Apple baut die besten Computer, hardware- und softwaretechnisch, und ich würde meinen Mac nie freiwillig hergeben wollen – zumindest für den Moment. Gerade die Richtung die Microsoft mit Windows 8 eingeschlagen hat, gefällt mir überhaupt nicht und ist in meinen Augen ein großer Rückschritt, besonders was die Benutzerfreundlichkeit und die Effizienz der Benutzeroberfläche angeht. Es ist zwar eine interessante Idee, die Welt der Tablets mit den aussterbenden Desktops zu vereinen, doch ist es definitiv nicht die richtige. Wieso sollte man zwei ausgereifte Produktkategorien zu einem fragwürdigen Mischmasch zu verschmelzen? Apple zeigt mit OS X und iOS, dass es offensichtlich auch anders und vor allem besser geht! Ich hoffe die neue Microsoft Führung ohne Steve Ballmer, überlegt sich ihre nächsten Schritte besser.

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Doch wieso schreibe ich das alles? Am heutigen Tag wird der Macintosh 30 Jahre alt und Apple blickt auf eine Geschichte mit vielen Höhen und vielen Tiefen zurück. Im Moment sieht es sehr gut für die Computer aus Cupertino aus, denn während der PC Markt weiter von Tablets kannibalisiert wird, steigt der Marktanteil des Macs an. Der Grund ist wohl die treue Stammkundschaft, die in dem Mac ein Werkzeug für Produktivität und Kreativität sehen. Ein paar dieser Menschen hat Apple in seinem 30 Jahre Mac Video hervorgehoben, darunter u.a. auch Komponist Hans Zimmer und Wissenschaftler Magi Sugimoto. Auch ich bin Apple sehr dankbar, dass es die Mac Produktsparte gibt und bin gespannt darauf, was die nächsten 30 Jahre dem Macintosh bringen.

Sollte ich nun euer Interesse geweckt haben, besucht einfach mal den nächsten Apple Store und schaut euch die Geräte einmal genauer an, ohne dabei nur auf das Preisschild zu starren. Es lohnt sich. Ebenfalls interessant ist die 30 Jahre Mac Seite, die unter anderem auch eine Umfrage zur Nutzung des Mac und eine toll inszenierte Timeline des Computers enthält.