Review: Die Tribute von Panem: Catching Fire

Mit “Die Tribute von Panem: Catching Fire” bringt Studiocanal am kommenden Donnerstag den zweiten Teil der sehr erfolgreichen Teenie-Saga in die deutschen Kinos. Wer bei dem Begriff schon zusammenzuckt, sollte nicht zu schnell urteilen. Bei der Verfilmung der Bestseller Romantrilogie von Suzanne Collins handelt es sich nicht um die nächste Glitzervampir-Orgie Hollywoods, sondern um ein spannendes Sci-Fi Dystopia Abenteuer, dessen erster Film 2012 weltweit viele Fans fand. Ich hatte nun die Chance, Teil Zwei bereits zu sehen, sodass ich euch noch kurz vor Kinostart meine Filmkritik präsentieren darf.

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Hunger is coming – again

(Spoilerwarnung: Wer den ersten Film noch nicht kennt, der sollte die nächsten beiden Absätze besser überspringen. Spoiler zum neuen Film verkneife ich mir natürlich!)

Catching Fire siedelt sich zeitlich genau ein Jahr nach dem ersten Film an. Katniss und Peeta haben die Hungerspiele von Panem überlebt, doch ist ihr Leben als Sieger alles andere als glorreich. Mit ihren Handlungen während der Hungerspiele hat Katniss die Regierung und besonders deren Präsidenten Snow verärgert. Katniss weckte im unterdrückten Volk etwas, dass ihnen Angst bereitet: Hoffnung.

Doch der Rückstoß lässt nicht lang auf sich warten. Snow beschließt, dass zum 75.  Jubiläum der Hungerspiele, die Tribute aus den bisherigen Gewinnern gelost werden sollen – die perfekte Gelegenheit Katniss aus dem Weg zu räumen, ohne gleich eine Revolution anzuzetteln. Zurück in den Hungerspielen kämpfen Katniss und Peeta erneut um ihr Leben, haben es diesmal jedoch mit viel erfahrenen Kontrahenten zutun. Schaffen sie es erneut lebend aus der Arena?

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Zäher Anfang, packende zweite Hälfte

Auch wenn ich persönlich die Bücher noch nicht gelesen habe, hat mir ein Kollege gesteckt, dass sich der Regisseur auch im zweiten Film wieder stark am Buch orientiert hat und die wichtigsten Aspekte allesamt abdeckt. Gut! Der Film beginnt mit einem längeren Abschnitt, der die Beziehungen zwischen den Charakteren und die Nachwirkungen der letzten Hungerspiele verdeutlichen soll. Hier werden wichtige Grundpfeiler für die kommenden Handlungsstränge gesetzt, doch wirkte die erste Hälfte des Films auf mich etwas langatmig, was im Hinblick auf die lange Laufzeit von 146 Minuten bestimmt nicht unberechtigt ist.

Langeweile kommt glücklicherweise nicht auf, was nicht zuletzt dem überragenden Nachwuchs-Cast unter der Führung von Jennifer Lawrence als Katniss Everdeen zu verdanken ist. Hier hat Studiocanal sich definitiv ein paar feine Talente geangelt. Mit dem Beginn der Hungerspiele fühlt man sich als Zuschauer etwas in die Handlung des ersten Teils zurückgeworfen und doch ist der Spannungsbogen weitestgehend gut. Gerade die Action ist besser eingefangen als in Film Nummer Eins, wo die Kameraführung zeitweise zu hektisch und verwackelt war. Leider wird das Problem von einem neuen abgelöst: Speziell in einer Kampfszene ist das Bild zu viel dunkel geraten, sodass man als Zuschauer dem Geschehen nur noch schwer folgen kann.

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Es sollte außerdem erwähnt werden, dass auch Catching Fire wieder die Grenzen des FSK12 Ratings auf die Probe stellt. Die Brutalität der Spiele wird abermals überzeugend vermittelt und auch wenn mir die Hungerspiele im ersten Film etwas besser gefallen haben, fesseln sie den Zuschauer an seinen Sitz. Da ist es fast schade, dass Dreiecksbeziehungen und kitschige Momente, den erwachsenden Unterton des Films etwas untermauern. Dennoch: Fans des ersten Films werden nicht enttäuscht, denn das Sequel von Francis Lawrence ist solide und sehenswert.

Fazit

Langersehnt und das zu Recht. Die Tribute von Panem: Catching Fire ist ein unterhaltsames Sequel zum einem der besten “Teenie-Filme” der letzten Jahre. Eine glaubwürdig inszenierte Sci-Fi Welt, mit guten schauspielerischen Leistungen und netter Action. Fans werden mit zufriedenem Gemüt aus dem Kino gehen, auch wenn Neulinge besser den ersten Film vorab gucken sollten, um der Handlung komplett folgen zu können. Catching Fire ist abgesehen vom Hobbit der letzte wohl große Blockbuster des Jahres.

7.5
Gut

Pros

  • Sehr gute schauspielerische Leistungen
  • Packende Action
  • Überzeugende Fantasy-Welt

Kontras

  • Film kommt nur langsam ins Rollen
  • Etwas langatmig für Nicht-Fans
  • Einige Szenen sind zu dunkel geworden

Unser Fazit


Handlung
7
Präsentation
8