Review: NetAtmo WiFi Wetterstation

Mit dem Aufstieg der Smartphones und Tablets sind wir ständig mit dem Internet verbunden und es gibt mehr oder weniger für alles eine App heutzutage. Doch manchmal erfordert es zusätzlicher Hardware um ein bestimmtes Einsatzgebiet zu adressieren. Wetter Fans die stets über alle aktuelle Daten rund um ihr Haus auf dem Laufenden gehalten werden wollen, kennen sie vielleicht schon: die NetAtmo WiFi Wetterstation.

Das kleine High-Tech Gadget vom gleichnamigen Unternehmen kommt im schicken Alu-Mantel daher und löst den morgendlichen Blick auf das alte Quecksilberthermometer an der Hauswand ab. Meine Freunde von CoolStuff.de waren so freundlich mir ein Muster des sogenannten Starter-Pakets zur Verfügung zu stellen und ich habe in den letzten Wochen fleißig die Luft beobachtet.

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Die Hardware

In der Box des Starterpakets befinden sich zwei Komponenten: die Indoor Basisstation und ein Outdoor Modul. Die etwas größere Indoor Einheit wird per USB-Netzteil mit Strom versorgt, während die Outdoor Einheit mit zwei AAA Batterien gefüttert wird, welche dem Set beiliegen.

Das Setup der Wetterstation ist denkbar einfach. Nachdem ihr die notwendige Setup Software von der NetAtmo Seite heruntergeladen habt, dauert die eigentliche Konfiguration nur noch wenige Minuten. Ihr legt euch einen kostenlosen Account beim Hersteller an, verbindet eure Indoor Einheit via USB mit eurem Rechner und folgt den Anweisungen im Assistenten. Anschließend gilt es nur noch passende Positionen für beide Module zu finden. Hierbei ist es wichtig, dass die Basis in Reichweite eures WiFi Routers platziert ist, da sie die Schnittstelle zwischen Hardware und den NetAtmo-Servern ist.

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Anschließend könnt ihr das batteriebetriebene Outdoor Modul in einem geschützten Bereich außerhalb eurer vier Wände platzieren. Nicht zu viel Regen, nicht zu viel Sonne. Die Einheit kommuniziert via Funk mit der Basis und darf laut Herstellerangaben bis zu 100 Meter von dieser entfernt platziert werden. Besonders praktisch bei der Outdoor Komponente ist die beiliegende Klettverschluss-Schlaufe, mit deren Hilfe eine Fixierung der Einheit ein Kinderspiel ist.

Ein paar Worte zu den beiden Modulen selbst: Die “große” Basisstation verfügt über eine Vielzahl von Sensoren und bestimmt so Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Luftqualität und sogar den Lärmpegel. Die Outdoor Einheit kann etwas weniger. Sie erfasst lediglich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Luftverschmutzung. Durch der geringere Sensorenzahl arbeitet sie natürlich auch stromsparender, sodass ihr aus einem paar AAA Batterien einige Monate an Wetterdaten rausholen könnt. Eine weitere Besonderheit der Basis ist die LED Leiste an der Frontseite, sowie der Touch Button auf der Oberseite. Mit diesem könnt ihr jederzeit eine manuelle Messung starten, während die LEDs euch die Luftqualität mit einer passenden Signalfarbe mitteilen.

Nach dem erfolgreichen Setup sendet die Station im Abstand von einigen Minuten aktuelle Sensordaten an die NetAtmo Server, welche somit leider auch eine Voraussetzung für den Betrieb der Wetterstation sind. Macht NetAtmo dicht, bleiben euch zwei schicke Zylinder aus Alu und Plastik. Abgesehen davon funktioniert der Betrieb ziemlich zuverlässig. In den vergangenen Woche gab es nur sehr wenige Aussetzer, die vermutlich auch auf unsere Internetverbindung zurückgehen und weniger dem Gerät selbst zuzuschreiben sind.

Die Software

Während ich die Hardware als durchaus gut und solide bezeichnen würde, gefiel mir die offizielle Software während meiner Testphase eher weniger. Von Seiten des Herstellers gibt es eine iOS, Android und Web-App. Letzteres wird über den Browser aufgerufen und ist somit fast auf jedem Gerät lauffähig. Während meines Tests habe ich die Daten über die iOS App auf einem iPhone, sowie einem iPad abgerufen.

Wirklich negativ fiel mir dabei die seltsame Benutzeroberfläche auf, welche noch nicht zum neuen iOS 7 Look passt und auch nicht sonderlich intuitiv in der Bedienung ist. Ich hoffe an dieser Stelle wird noch nachgebessert, denn seine Luftkonditionen @ Home immer und überall abfragen zu können, hat schon seinen Reiz. Auch eine Mac / Windows App würde ich willkommen heißen, da es bisher lediglich eine Hand voll Drittentwickler gibt, die die NetAtmo WiFi Wetterstation in ihren Apps unterstützen. Mac User sind bisher am besten mit Temps aus dem Mac App Store beraten.

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Im Vergleich zur Mobile App finde ich die Web Variante deutlich gelungener. Sie stellt die gleichen Daten dar, jedoch in einer deutlich übersichtlicheren und optisch ansprechenderen Ansicht. Mein Lieblingsfeature der offiziellen Software ist die Graphendarstellung der aufgezeichneten Daten. So lässt sich genau verfolgen wie sich die einzelnen Werte über den Verlauf von Stunden, Tagen oder auch Wochen verändert haben. Ein ziemlich cooles Feature, besonders für Hobby-Meteorologen. Was die Genuigkeit der Daten angeht, so kann ich keine wirklichen Mängel feststellen. Von Temperatur bis hin zum Lärmpegel wirkten alle Werte auf mich realistisch. Inwiefern Informationen wie der Lärmpegel wirklich von Nutzen sind sei einmal dahin gestellt. Interessant sind sie allemal.

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Fazit

Die NetAtmo WiFi Wetterstation ist ein schickes Gadget, dass ihr Geld durchaus wert ist, sofern man auch regelmäßig einen Blick auf die gesammelten Daten wirft. Die Hardware ist gut verarbeitet und macht einen soliden Eindruck. Ein bisschen mehr Feinschliff benötigen jedoch die offiziellen Apps, mit denen Daten von NetAtmo abgerufen werden. Ein veraltetes Design und eine seltsame Bedienung nagen am Spaßfaktor.

8
hilfreich

Pros

  • Gut verarbeitetet
  • Schicke Optik
  • Informatives Sensorpaket

Kontras

  • Dürftige Smartphone / Tablet App
  • Abhängig von NetAtmo Servern