Review: The Legend Of Zelda: The Wind Waker HD

Als The Legend Of Zelda: The Wind Waker zu Beginn der Gamecube Ära erstmalig der Fangemeinde präsentiert wurde, zeigten sich viele Fans skeptisch bis entsetzt. Was hat Nintendo mit der Grafik angestellt? Ist das ihr ernst? Cel-Shading Grafik war damals in Videospielen noch Neuland und während der Entwicklung des Spiels zeigte sich selbst das Nintendo Dev-Team rund um Eiji Aonuma nervös. Doch bewies das fertige Spiel auch den anfänglichen Skeptikern, dass Nintendo mit dem Titel ein absolut wundervolles und einzigartiges Spielerlebnis geschaffen hat.

Das The Wind Waker nun rund 11 Jahre nach der ersten Veröffentlichung, als erstes Zelda Spiel ein HD-Remaster erhält, dürfte Zelda Fans und Wii U Besitzer gleichermaßen in Jubel versetzen, denn bis dato wurde noch kein Spiel der Reihe für Nintendos Next-Gen Konsole veröffentlicht. Am 4. Oktober 2013 ist es dann endlich so weit und The Wind Waker erscheint bei uns in Europa. Nintendo war so freundlich mir vorab ein Muster des Spiels bereit zu stellen, dass ich intensiv für euch angezockt habe.

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Ein einzigartiges Abenteuer auf See

In The Wind Waker schlüpft ihr erneut in die Rolle unseres Lieblingshelden Link. Das Spiel beginnt auf Präludien, einer kleinen Insel mitten im Ozean. Es ist euer Geburtstag, doch bringt ein Riesenvogel die Party zum Platzen bevor sie überhaupt begonnen hat. Er wirft ein mysteriöses Mädchen über dem Wald ab und entführt eure kleine Schwester Aril. Es stellt sich heraus, dass das Mädchen mit dem Namen Tetra zu einer Gruppe Piraten gehört, welche auf der Jagd nach dem Vogel waren. Tetra erzählt euch, dass in letzter Zeit viele junge Mädchen von dem fliegenden Ungetüm zur sogenannten verwunschenen Bastion verschleppt werden. Ihr entschließt euch den Piraten anzuschließen, um die Bastion zu infiltrieren und eure Schwester auf den Fängen der Monster zu retten.

Doch kurz bevor ihr euer Ziel erreicht, zeigt sich das wahre Gesicht hinter den Entführungen: Ganondorf. Der Dämonenkönig ist aus seiner Verbannung im versunkenen Hyrule entkommen und droht die Welt erneut in Finsternis zu hüllen. Er schleudert euch aus der Bastion heraus und ihr wacht an einem Strand auf, mit einem unbekannten Boot neben euch. Zu allem Überdruss fängt dieses auch noch an zu sprechen, stellt sich als roter Leunenkönig vor und trägt euch auf Ganondorf zu vernichten und damit eure Schwester zu retten. Zusammen mit dem roten Leunenkönig bereist ihr fortan die Meere, auf der Suche nach den nötigen Fähigkeiten und Waffen um Ganon zu bezwingen. Ein wichtiges “Instrument” auf euren Reisen ist dabei der Taktstock des Windes, welcher dem Spiel seinen Namen verleiht. Mit ihm könnt ihr magische Melodien spielen um z.B. den Wind oder die Tageszeit zu ändern.

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Wie auch der Cel-Shading Grafikstil, ist die Story von The Wind Waker deutlich leichtherziger inszeniert als die Geschichte der meisten anderen Zelda Titel. Neben eurer paradiesischen Heimatinsel gibt es im Ozean natürlich auch weitaus unangenehmere Orte, wie etwa düstere Dungeons, die es zu bezwingen gilt. Euch steht eine große Welt offen, die es im Spielverlauf zu erkunden gibt und viele Nebenquest halten euch abseits der Hauptgeschichte bei Laune. Gepaart mit dem faszinierenden Charme des Cel-Shading Looks und dem wundervollen Soundtrack von Koji Kondo, wird man als Spieler sofort in das magische Abenteuer auf See gezogen und für die nächsten 30 Spielstunden nicht wieder freigelassen.

Auf der negativen Seite ist The Wind Waker ohne die zahlreichen Sidequests eher ein kurzes Abenteuer, da bei der ursprünglichen Entwicklung einige Dungeons aufgrund von Zeitmangel gestrichen wurden. Hier hätte Aonumas Team die Chance gehabt, Fans mit zusätzlichen Missionen auf See positiv zu überraschen. Da der Titel jedoch schon damals durchweg nur positive Kritiken erhielt, denke ich das man sich den Aufwand sparen wollte um gleichzeitig näher am Originalspiel zu bleiben.

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Wunderschöne 1080p Cel-Shading Grafik in 16:9

Als eines der ersten Spiele für Nintendos Wii U läuft The Wind Waker mit sagenhafter 1080p Full-HD Grafik bei 60 Bildern pro Sekunde. Im Vergleich zum Gamecube Original, hat sich wirklich extrem viel getan. Nintendo hat sämtliche Texturen durch hochauflösende Varianten ersetzt, die Sichtweite enorm erhöht und dem Spiel einen Bloom-Effekt verpasst um die Tiefen besser zur Geltung kommen zu lassen. Gerade die Erhöhung der Sichtweite macht sich sehr positiv bemerkbar, da sich nun selbst weit entferne Inseln und Objekte schon am Horizont ausmachen lassen.

Viele Animationen wurden überarbeitet und wirken nun noch lebendiger, während das vertraute Spielgefühl und der Charme des Originals erhalten wurde. Besonders Details wie Rauchwolken, die Bewegungen der Monster, Links Mimik und der Nachthimmel sind unglaublich liebevoll gestaltet und zauberten mir schon vor 10 Jahren regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht. Man muss diese Grafik tatsächlich selbst erleben, um sie wirklich lieben zu lernen! Die HD-Neuauflage ermöglicht es euch zudem zum ersten Mal, das Spiel im 16:9 Seitenverhältnis zu genießen, sodass deutlich mehr Bildfläche vorhanden ist und die Interface Elemente weniger ins Auge fallen.

Besonders beeindruckend ist die Schärfe der Spielwelt. Während die meisten Konsolenspiele heutzutage noch deutliches Kantenflimmern zeigen, ist es bei The Wind Waker nur selten zu sehen, meistens bei Details wie dem Schatten von Link. Ebenfalls selten, aber dennoch vorhanden, sind gelegentliche Ruckler, die hauptsächlich in Sequenzen mit sehr vielen Animationen auftreten, wie z.B. intensiven Seeschlachten mit reichlich Explosionen. Gelegentlich tauchen Objekte auch erst verspätet am Horizont auf, was zu einer Art Popup Effekt führt. Ich bin jedoch optimistisch, dass Nintendo diese kleinen Glitches mit einem zukünftigen Update noch ausbessern wird. Ich lehne mich trotzdem einmal weit aus dem Fenster und behaupte, dass The Wind Waker auch heute noch das schönste Zelda Spiel aller Zeiten ist und sich zusammen mit Capcoms Okami den Cel-Shading Thron teilt.

Auch dem Sound des Spiels wurde etwas Aufmerksamkeit gewidmet. Zwar ist der legendäre Soundtrack leider nicht orchestral neu aufgenommen worden, so wurde er jedoch remastered und für 5.1 Surround Sound optimiert. Fans der Werke von Koji Kondo werden den Unterschied sicherlich bemerken. Kleine Anmerkung am Rande: Die Japaner bekommen den neuen Soundtrack übrigens gratis als CD nach Hause geliefert, sobald sie das Spiel im Club Nintendo registrieren. Will auch!

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Sinnvolle Gameplay Neuerungen gegen alte Kritikpunkte

Auch wenn die Neuauflage dieses Zelda Spiels ganz klar den Fokus auf die optische HD-Überarbeitung legt, gibt es dennoch zahlreiche Änderungen an Steuerung und Gameplay die erwähnt werden sollten und viele der Kritikpunkte des Originalspiels ausbessern. Eine der nützlichsten Neuerungen ist das “Sieben Meilen Segel”, welches mit einen Sidequest erworben werden kann und schnelle Seereisen garantiert.

Es dreht den Wind automatisch in eure Segelrichtung, sodass ihr euch einige Einsätze des Taktstocks spart und immer mit voller Geschwindigkeit segelt. Laut Nintendo ist das Reisen per Boot nun fast doppelt so schnell wie im Original und damit auf Dauer auch wesentlich unterhaltsamer. Doch wieso hat Nintendo das Segel nicht schon im Originalspiel eingebaut? Laut Eiji Aonuma war die Hardware des Gamecube dafür einfach zu schwach.

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Eine weitere wichtige Neuerung betrifft den Tingle-Tuner: Dieses Item, welches ihr ursprünglich von dem grünen Möchtegern-Elf in Port Monee erhalten habt, wurde durch die brandneue Tingle Flasche ersetzt. Sie verbindet Links Abenteuer mit dem Nintendo Gaming Network Miiverse. Mit ihr können Spieler eine Flaschenpost verfassen, welche dann bei einem zufällig ausgewählten Zelda-Spieler angespült wird. Der Nachricht könnt ihr sogar Bilder aus der Fotobox anhängen, was die Tingle-Flasche zu einem wirklich netten Gimmick macht.

Doch auch kleinere Änderungen haben große Auswirkungen auf das Gesamtbild. So wurde außerdem die Zeit verringert, die ihr für das Bergen von Schätzen benötigt und einige Quests wurden in ihrem Zeitaufwand eingeschränkt. Allem voran der Triforce Quest, welcher gegen Ende des Spiels eine wichtige Rolle spielt und im Original ziemlich viel Geduld und Rubin-Sammlerei erforderte. Er galt als Tiefpunkt des sonst so flüssigen Spielerlebnis. Nintendo hat den Quest nun in seinem Aufwand gekürzt, sodass ihr euch schnell wieder spannenderen Aufgaben widmen dürft.

Ebenfalls neu ist der sogenannte Helden Modus, welcher Zelda-Fans bereits aus Skyward Sword für Wii ein Begriff sein sollte. Dabei handelt es sich um einen Spielmodus mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad: Gegner erteilen den doppelten Schaden und ihr findet keine Herzen mehr zur Heilung. Feen und Tränke sind eure einzige Hilfe. Veteranen werden sich freuen, dass es nun endlich diesen härteren Spielmodus gibt und er sogar schon von Beginn an zur Verfügung steht, ohne das ihr das Spiel erst einmal absolvieren müsst.

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Die perfekte Steuerung

Was die Steuerung anging, so war ich anfangs etwas skeptisch. Nachdem mir die 1:1 Bewegungssteuerung von Skyward Sword für Wii in Fleisch und Blut übergegangen ist, fühlte sich der Rückfall auf herkömmliche Knöpfe erstmal wie ein Rückschritt an. Nach intensiven Spielsessions kann ich jedoch bestätigen, dass dies definitiv nicht der Fall ist. The Wind Waker HD gibt mit seiner Steuerung via GamePad oder Wii U Pro Controller vermutlich einen guten Ausblick darauf, was uns im kommenden Jahr im brandneuen Zelda Spiel für die Wii U erwartet.

The Wind Waker HD ist eines der ersten Spiele, bei denen ich den Touchscreen sofort vermisse, sobald ich zum Pro Controller wechsle. Im Spiel dient er als Weltkarte, Item-Menü und Verwaltung für eure Tingle Flaschen. Das klingt erst einmal ziemlich trivial, doch spielt sich der Titel mit schnellen Zugriff auf alle wichtigen Funktionen per Touch einfach soooo viel besser. Kein nerviges Gewechsel zwischen Menü und Spiel, sondern eine parallele Steuerung ohne zwingende Pausierung des Spielgeschehen.

Beim Segeln könnt ihr gleichzeitig die Karte studieren und selbst beim verwenden des Taktstocks werden euch alle erlernten Melodien als Hilfestellung auf dem Bildschirm des GamePad angezeigt. Durch die duale Analog-Stick Steuerung ist es nun außerdem möglich in einer First-Person Ansicht zu Spielen, während ihr den Bogen oder ähnliche Items verwendet. An dieser Stelle möchte ich den Entwicklern daher ein großes Lob aussprechen. Genau so muss das GamePad zum Einsatz kommen. Weniger Gimmick und mehr sinnvolle Nutzung des Touchscreens durch parallele Verwendung der Technik!

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Fazit

The Wind Waker HD ist die ultimative Version des Gamecube Klassikers aus dem Jahre 2002. Über 10 Jahre sind seit dem Relase vergangen und Nintendo spendiert dem Spiel nun die wohl verdiente 1080p Optik. An dieser Neuveröffentlichung stimmt fast alles: Die Grafik ist bezaubernder denn je, das Gameplay wurde um sinnvolle Neuerungen erweitert und die Steuerung ist einfach perfekt. Nintendo hat sich die Kritikpunkte am Original zu Herzen genommen und das Spiel der Perfektion verdammt nahe gebracht, ohne dabei den einzigartigen Charme des Spiels zu schwächen. Egal ob ihr euch Zelda Fan nennt oder nicht, egal ob euch die Grafik zusagt oder nicht – kauft euch dieses Zelda, ihr werdet es garantiert nicht bereuen! Die Wii U hat endlich ein neues Must-Have Spiel um die Wartezeit zu den großen Titel wie Mario Kart 8, Super Smash Bros. und dem brandneuen Zelda für die Konsole zu überbrücken.

9.3
Wundervoll

Pros

  • Zeitloser Videospielklassiker
  • Sagenhafte 1080p Cel-Shading Grafik
  • Sinnvolle Gameplay Optimierungen
  • Sehr guter Einsatz des GamePads

Kontras

  • Story etwas kurz für ein Heimkonsolen-Zelda
  • Seltene Performance Probleme

Unser Fazit


Präsentation
9
Gameplay
10
Story & Umfang
9