Review: Animal Crossing: New Leaf

Das Nintendo Franchise Animal Crossing gibt es nun schon seit einigen Jahren und erfreut sich seit dem ersten Spiel einer großen Beliebtheit. Am 14. Juni 2013 erscheint der langersehnte 3DS Ableger der knuffigen Lebenssimulation endlich in Europa und beraubt euch einmal mehr eurer Freizeit.

Das erste Animal Crossing Spiel erschien im Jahr 2001 exklusiv für das Nintendo 64 in Japan, erhielt jedoch noch im selbigen Jahr eine Gamecube Portierung, die es auch in die USA und Europa schaffte. Seitdem erschienen noch zwei weitere Ableger der Reihe: Wild World für Nintendo DS und Let’s go to the City für Wii. Beide Spiele brachten einige Neuerungen ins Gameplay, doch lässt sie New Leaf für Nintendo 3DS im Direktvergleich ziemlich alt aussehen. Neues gibt es nun an jeder Ecke und auch wenn der Kern des Spiels immer noch der gleiche ist wie vor 12 Jahren, gibt es so viel Neues zu erkunden das ihr euren 3DS für Wochen und Monate nicht mehr aus der Hand legen möchtet.

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Werdet Bürgermeister über das Paradies

Für alle die noch kein Spiel der Reihe ausprobiert haben, gibt es noch einmal eine kurze Einführung in das Franchise: Animal Crossing lässt sich am ehesten als Lebenssimulation bezeichnen. Quasi eure eigene kleine Welt, die sich nur um euch dreht. Ihr besitzt euer eigenes Haus in der eigenen Stadt, die ihr nach euren Wünschen gestalten könnt. Ihr könnt mit den anderen Bewohner agieren, Geld (Sternis) verdienen und so eure eigene kleine Welt erschaffen. Alles läuft in Echtzeit ab und sogar die Jahreszeiten im Spiel passen sich der Jahreszeit in der realen Welt an. Eine fast schon zu gute Ablenkung vom drögen Alltag – glaubt mir.

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Animal Crossing: New Leaf beginnt mit einer Zugfahrt. Ihr seid gerade auf dem Weg zu eurem neuen Wohnort und trefft im Zug auf einen Fahrgast namens Olli, mit dem ihr euch über euer Leben und das neue Zuhause unterhaltet. In diesen Dialogen legt ihr erste Informationen zu eurer Stadt und Person fest.

Dort angekommen werdet ihr überraschenderweise als Bürgermeister begrüßt und erhaltet für den Anfang ein Zelt als Unterkunft, dessen Standort ihr erstmalig selbst wählen dürft. Nachdem ihr euch mit der Stadt und deren tierischen Bewohnern etwas vertraut gemacht habt, geht es an die Arbeit, denn ohne Sternis könnt ihr euch kein echtes Haus leisten.

Fans der Reihe werden überrascht sein, dass einige bekannte Gesichter im Spiel nun an anderer Stelle zu finden sind: So habt ihr Törtel in seinem Posten als Bürgermeister abgelöst und dieser lässt es sich nun auf einer paradiesischen Insel gutgehen. Auch der Waschbär Tom Nook führt nun ein Immobiliengeschäft und hat den Item-Shop an seine Neffen Schlepp & Nepp abgetreten. Alle wichtigen Ladengeschäfte findet ihr nördlich eurer Stadt in der Einkaufsmeile. Diese wächst mit der Zeit und wird um neue Einrichtungen wie Nachtclubs und Gärtnereien erweitert.

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Um ein bisschen Geld anzuhäufen empfiehlt es sich Früchte und Muscheln zu sammeln, zu Angeln, nach Schätzen zu graben oder auch Insekten zu jagen. Letztere Aktivitäten benötigen jedoch entsprechendes Werkzeug, dass ihr bei Schlepp & Nepp in der Einkaufsmeile erwerben könnt.

Im Laufe des Spiels stehen immer wieder neue Werkzeuge wie eine Steinschleuder, ein Taucheranzug, eine Stoppuhr oder auch ein Megafon zum Verkauf, die im virtuellen Alltag sehr nützlich sein können. Habt ihr erst einmal ein Dach über dem Kopf und eine solide Reserve an Sternis, könnt ihr euch dem Amt des Bürgermeisters zuwenden.

Das ihr den Posten des Bürgermeisters übernehmt, ist eine der wesentlichen Neuerungen in New Leaf. An eurem Schreibtisch im Rathaus könnt ihr neue Bauaufträge veranlassen und Verordnungen für z.B. Umweltbewusstsein oder Reichtum durchsetzen. Dabei steht es euch frei, was ihr in die Stadt baut und sogar wohin. Ihr könnt Brücken, Brunnen, Campingplätze, eine Polizeiwache und vieles mehr errichten, sofern eure Stadt genügend Spenden für das Projekt sammelt. Da die meisten Anwohner jedoch ziemlich knauserig sind, liegt es letztendlich an euch oder den anderen Mitspielern auf eurer 3DS Konsole, den Bau zu finanzieren. Die Durchsetzung einer Verordnung reißt mit Kosten von 20.000 Sternis ebenfalls ein gutes Loch in eure Geldbörse, sodass schon bald eine neue Einnahmequelle her muss.

animal-crossing-new-leaf-screenshots_14 Glücklicherweise schaltet ihr bereits in der ersten Woche die Törtel Insel frei, auf der ihr euch allerlei Freizeitaktivitäten widmen könnt und außerdem schnell an große Summen Sternis gelangt. Zur Insel gelangt ihr mit dem Boot des Käpten, dass am Pier für euch Tag und Nacht bereitsteht. In der Lobby der Insel könnt ihr euch für die sogenannten Ausflüge anmelden.

Dabei handelt es sich um eine Reihe von Minispielen, die Inselmünzen einbringen, welche ihr gegen Items aus dem lokalen Shop eintauschen könnt. Alternativ dazu könnt ihr euch auf der Insel nach belieben austoben und beispielsweise seltene Insekten oder Fische fangen. Diese können in der eigenen Stadt für hohe Summen Sternis verkauft oder dem Museum eurer Stadt gestiftet werden. Auf der Insel könnt ihr zudem den Taucheranzug erwerben, mit dessen Hilfe ihr im Ozean schwimmen könnt und Schätze aus der Tiefe bergt.

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Seltene Gegenstände für euer Haus erhaltet ihr normalerweise durch die neuen Glückskekse, welche bei Schlepp & Nepp zum Verkauf stehen. Diese könnt ihr für je zwei 3DS-Spielmünzen erwerben und den beinhalteten Glückszettel gegen Items eintauschen.

Die Auswahl ist riesig: F-Zero Racer, Mario Röhren, 1UP Pilze und vieles mehr. Falls euch euer Haus irgendwann zu klein wird, könnt ihr dieses bei Nook Immobilien um neue Stockwerke oder Räume erweitern. In seinem neuen Laden finden sich außerdem tattäglich neue Türen, Briefkästen und Dachschindeln mit denen ihr die Außengestaltung eures Hauses verändern könnt.

Kein echtes Paradies ohne Freunde!

Doch was wäre eine wunderschöne Stadt ohne Besuch von Außerhalb? Um das Multiplayer-Erlebnis weiter auszubauen, hat sich Nintendo diesmal einiges einfallen lassen. Wie gewohnt könnt ihr eure Freunde lokal oder via Wi-Fi in ihrer Stadt besuchen und sämtliche Aktivitäten mit ihnen zusammen unternehmen, einschließlich den Insel-Ausflügen. Dabei könnt ihr untereinander via Text-Chat kommunizieren, der nun sogar funktioniert, wenn ihr nicht einmal in der selben Stadt seid. Gegen eine Gebühr könnt ihr auf der Insel außerdem dem Törtel-Club beitreten, welcher es euch ermöglicht mit zufälligen Spielern aus der ganzen Welt Ausflüge zu unternehmen oder einfach nur auf der Insel abzuhängen.

animal-crossing-new-leaf-screenshots_12Besonders toll ist auch das neue Schlummerhaus, welches euch ermöglicht von Spielern freigegebene Städte jederzeit in einer Art Traum zu besuchen. Während des Traums könnt ihr zwar in der Stadt umherstreifen und mit deren Einwohnern reden, doch ist es leider nicht möglich Geschäfte aufzusuchen. Nichtsdestotrotz ist es eine willkommene Neuerung und ein toller Zeitvertreib, falls die eigenen Freunde gerade verhindert sind.

Auch StreetPass wird von New Leaf unterstützt. Getroffene Spieler übermitteln euch automatisch ihr Haus, welches ihr anschließend im Musterdorf nördlich der Einkaufsmeile besuchen könnt. Gefällt euch die Einrichtung des Hauses, steht es euch außerdem frei beliebige Möbelstücke aus dem Haus gegen Sternis per Post zu bestellen, sofern diese nicht als “selten” gelten. Praktisch: Drückt ihr die L & R Tasten gleichzeitig, könnt ihr jederzeit einen Screenshot des Spiels erstellen, welcher auf eurer SD-Karte als reguläre Bilddatei abgelegt wird und auch am Computer betrachtet werden kann.

Der Spielumfang ist einfach riesig …

Ich habe bereits über 1000 Wörter zu Animal Crossing: New Leaf geschrieben und doch gibt es noch so viel mehr zu berichten. All die Dinge wie das Museum, die Beziehungen zu den anderen Stadtbewohnern, die Akademie des schönen Hauses, die Feste an Feiertagen und und und … irgendwo muss auch ich leider den Schlussstrich ziehen. Ich hoffe jedoch, dass ich euch einen kleinen Einblick in die wichtigsten Neuerungen des Spiels geben konnte.

Bevor ich jedoch zum Fazit komme, möchte ich abschließend noch ein paar Worte zur Technik des Spiels verlieren. An der Grafik hat sich gegenüber den Vorgängern wieder einmal nicht viel getan und auch der 3D-Effekt bringt bei dem Titel keinen wirklichen Mehrwert. Versteht mich nicht falsch, denn das Spiel macht dennoch einen tollen Eindruck! Besonders in Kombination mit dem unglaublich entspannenden Soundtrack erstrahlt das Spiel im ganz persönlichen Charme des Franchise.

Fazit

Animal Crossing: New Leaf ist die natürliche Evolution der putzigen Lebenssimulation aus dem Hause Nintendo, welche euch einmal mehr über Wochen und Monate an eure Konsole binden wird. Der Titel ist weniger konservativ als seine Vorgänger und führt zahlreiche Neuerungen ein, die das Gameplay bereichern und für langfristigen Spielspaß sorgen. Gerade die neuen Multiplayer Features, sowie die Möglichkeiten die sich euch als Bürgermeister der Stadt eröffnen, wissen zu überzeugen.

Das Spiel wird sowohl Langzeit-Fans als auch Neulinge wahrscheinlich mehr als 100 Spielstunden an den Handheld fesseln und motiviert euch Tag für Tag, ein paar Minuten in eurer Stadt zu verbringen. Zu bemängeln gibt es nur ein paar Kleinigkeiten, die jedoch kaum der Rede wert sind. Wer glaubt sich mit dem Spielprinzip anfreunden zu können, darf sich das wohl beste Animal Crossing überhaupt, auf keinen Fall entgehen lassen!


Animal Crossing: New Leaf (Nintendo 3DS) Publisher: Nintendo Erscheinungsdatum: 14. June 2013 EUR 69,99 bei Amazon.de (Partnerlink)


9.3
Wundervoll

Pros

  • Langfristiger Spielspaß mit sehr vielen neuen Spielelementen
  • Der typische Animal Crossing Charme
  • Wesentlich mehr Freiheit und Umfang

Kontras

  • Inventar und Item-Verwaltung nerven immernoch etwas

Unser Fazit


Präsentation
9
Gameplay
9
Story & Umfang
10