BD Review: End of Watch

David Ayer ist tief mit seiner Wahlheimat Los Angeles verbunden. Viele seiner bisherigen Filme, von “Training Day” mit Denzel Washington bis hin zu “The Fast & the Furious” beschäftigen sich mit der dunklen Seite der Stadt der Engel, die vor allem nachts zum Vorschein kommt. Hier ist “End of Watch” keine Ausnahme. Im Stile einer Dokumentation schildet er hier die Erlebnisse zweier Streifenpolizisten in der schlimmsten Gegend L.A.s.

Handlung

Im Zentrum der Handlung stehen die Polizisten Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und Miguel Zavala (Michael Peña). Die Beiden sind nicht nur ein eingeschworenes Team im Einsatz, sondern auch privat gute Freunde. Dies ist aber auch in ihrem Einsatzgebiet, dem von Drogenbanden beherrschten Süden von Los Angeles, bitter nötig, um den Tag zu überleben. Durch vermeintlich normale Routineeinsätze kommen Taylor und Zavala dabei einem Menschenhändlerring zu nahe und landen dadurch auf der Abschussliste der Mexikaner.

End of Watch

Einen allzu konkreten Handlungsstrang gibt es in “End of Watch” nicht. Im Mittelpunkt steht eher der dokumentarische Stil des Films: Taylor sowie einige weitere Protagonisten besitzen Camcorder, die ähnlich wie in “Blair Witch Project” oder “Cloverfield” eingesetzt werden. Dadurch wirken viele Szenen wie von Amateuren gefilmt, was der Handlung einen hohen Grad von Pseudo-Authentizität verleiht. Der Effekt wird vergleichsweise sparsam eingesetzt, sodass es immer wieder “klassische” Kameraeinstellungen von außen gibt.

Bild und Ton

Auf Grund der unterschiedlichen im Film verwendeten Kameras schwankt auch die Technik: Ruhige Szenen, die nicht aus der Perspektive Taylors geschossen wurden, sind auch vom Schnitttempo und den Wackeleffekten sehr zurückhaltend. Sobald jedoch Taylors Sicht gezeigt wird, meist inmitten der Einsätze, werden die Bewegungen hektischer und die Schnittgeschwindigkeit nimmt drastisch zu. Dennoch wirken diese Perspektivwechsel in den wenigsten Situationen störend.

Auffällig ist nur der kaum vorhandene Score: Statt musikalischer Untermalung bestimmen realistische Umgebungsgeräusche den Ton der jeweiligen Szene. Dies unterstützt den Eindruck einer ungeskripteten Dokumentation in hohem Maße. Trotzdem müssen Heimkinobesitzer nicht auf 5.1-Sound verzichten.

Hinweis: Getestet wurde die DVD-Fassung von “End of Watch”. Dadurch können wir keine Aussage zur Technik der Bluray machen. Jedoch war das DVD-Bild auch hochskaliert klar und sauber. Da zudem recht viele Szenen sehr stark verwackelt sind, wird der Unterschied zwischen der HD- und SD-Auflösung kaum zu sehen sein.

End of Watch

Fazit

Es liegt allein am sympathischen Schauspielerduo in den Hauptrollen, dass der Film trotz nur sporadisch vorhandener Handlung funktioniert. Denn wenn Sonnyboy Taylor (Gyllenhaal) und Familienmensch Zavala (Peña) die Show übernehmen, dann machen sie’s richtig und auch der dokumentarische Stil von “End of Watch” funktioniert tadellos. Es ist sogar überraschend, wie wenig Pathos in der Handlung versteckt ist, denn auch wenn es sich bei den Polizisten um Alltagshelden handelt, wird ihre Arbeit nicht glorifiziert oder zu Ikonen stilisiert. Der Film wirkt deswegen auch für uns Nicht-US-Zuschauer sehr realitätsnah und niemals peinlich. Ein etwas anderer Thriller, aber kein schlechter Vertreter seines Genres.


End of Watch [Blu-ray] Regisseur: David Ayer Studio: Universal Pictures Germany GmbH Erscheinungsdatum: 11. April 2013 Laufzeit: 109 Minuten EUR 13,89 bei Amazon.de (Partnerlink)


7.5
überzeugend

Pros

  • Sinnvoll angewendeter Doku-Stil
  • Interessante Charaktere
  • Wenig Pathos

Kontras

  • Wenig Handlung
  • Viele verwackelte Szenen (Doku-Stil)

Unser Fazit


Film
8
Technik
7