Der Diktator Poster

[Kino Review] Der Diktator

Am gestrigen Tag, hatte ich das Privileg den kommenden Sascha Baron Cohen Film, “Der Diktator”, vorab genießen zu dürfen. Meine Meinung zu Cohens neustem Streifen möchte ich nun mit euch teilen. Doch seid gewarnt: Ich bin ein großer Fan von Cohens Werken und werde daher diesmal nur mit Mühe objektiv berichten können.

Zu Anfang jedoch ein kleiner Abstecher in das Kino indem die Pressevorführung stattfand: das Residenz Filmtheater in Köln. Das noch relativ junge Kino bewirbt sich selbst als “Premium-Kino” und ja verdammt – das ist es auch! Für seine relativ hohen Eintrittspreise von zwischen 10 – 15€ bietet das Residenz natürlich auch eine ganze Menge. Anstatt klebende Klappsessel und Popcorn-Berge auf den Böden, bietet das Residenz dem Zuschauer erstklassige Ledersessel mit Fußhocker, justierbarer Rückenlehne, viel Beinfreiheit und einen gestochen scharfes Bild. Der Begriff Premium Kino ist hier wirklich nicht fehl am Platz. Sehr empfehlenswert für Cineasten, die nach mehr Niveau beim Kinobesuch trachten. Doch kommen wir zum eigentlichen Thema – dem Diktator.

Dieser Film hinterlässt einen Aladeen Eindruck!

Nach Cohens letztem Kinofilm, Brüno, aus dem Jahre 2009 wurde es lange Zeit ruhig um den britischen Comedian, der bekannt dafür ist, praktisch jedem Tabu direkt ins Gesicht zu spucken. Als er im letzten Jahr dann endlich sein neustes Werk Der Diktator vorstellte, habe ich mich unglaublich darüber gefreut und wurde zum Glück nicht enttäuscht. Während seine letzten beiden Kinofilme im Stil einer Dokumentation gedreht wurden, geht Cohen mit Der Diktator wieder Back-to-the-roots und dreht einen “klassischen” Comedy Streifen, der dennoch ungewöhnliche Wege beschreitet.

Im Film spielt Cohen General Aladeen, den Machtinhaber des arabischen Staates Wadiya und einen Verfechter der Diktatur. Wie er es seinem Vater am Sterbebett versprochen hat, versucht Aladeen mit aller Macht sich gegen den Westen aufzulehnen und führt nebenbei noch ein sehr luxuriöses Leben, in dem es ihm an nichts mangelt, außer vielleicht an Zuneigung. Er änderte sogar hunderte von Wörtern in Arabisch zu dem Begriff Aladeen ab, darunter auch Positiv und Negativ, was schnell für viel Verwirrung sorgte. Ständig werden seine Doppelgänger ermordet und das nicht zuletzt wegen seiner offensichtlichen Nuklearpolitik. Doch als der Diktator zu einer Sitzung der UN nach New York gezwungen wird, läuft alles aus dem Ruder. Verräter in den eigenen Reihen ersetzen Aladeen durch dein Double und versuchen mit dessen Hilfe, Wadiya von einer Diktatur zu einer Demokratie umzuwandeln. Der General, nun gänzlich auf sich allein gestellt, versucht alles um seine geliebte Diktatur vor dem Untergang zu bewahren. In seiner misslichen Lage verliebt sich Aladeen zudem noch in eine Demonstrantin, die nur wenige Stunden zuvor für seine Absetzung auf die Straße gegangen ist. Wird der General sein Volk auch weiterhin unterdrücken dürfen?

Die Umsetzung dieser sehr einfallsreichen Story ist wirklich gut gelungen und unbeschreiblich witzig. Wie estypisch für Cohen ist, schreckt er auch in seinem neusten Film vor nichts zurück. Dies beweisen schon die ersten Bilder des Films, die eine Widmung an eine bekannte Persönlichkeit zeigen zeigen: “In loving memory of Kim Jong Il II”. Über die gesamte Spanne des Films hinweg macht sich Cohen über Diktaturen, Terrorismus und natürlich auch über den Westen lustig. Einfach jeder bekommt sein Fett ab. Von der ersten Minute an zieht sich dieser, in meinen Augen, absolut grandiose Humor bis in den Abspann hinein. Hier sei erwähnt, dass man auch für den neusten Cohen Streifen eine gewisse Neigung zu jenem schwarzem- und absolut tabulosen Humor hegen muss. Ich empfehle zudem den Film in englischer Sprache anzusehen, da einige Sprüche des Diktators sonst nur noch halb so witzig sein dürften. Weiterhin ist mir aufgefallen, dass einige Szenen aus den Trailern gestrichen oder gänzlich abgeändert wurden. Ob es wohl noch einen Extended Cut für das Heimkino geben wird?

Fazit

Der Diktator ist ein klassischer Cohen Film: Schräg, knallhart und urkomisch. Der Humor des Filmes mag vielleicht nicht jeden Zuschauer ansprechen, doch wer vorherige Cohen Filme wie Borat, Brüno oder Ali G mochte, der wird auch mit dem Diktator voll auf seine Kosten kommen. Gerade in letzter Zeit ist eine Komödie wie dieser Film einer sehr angenehme Abwechslung. Ich empfehle zudem, in ein Kino zu gehen, dass Der Diktator mit Originalton zeigt, denn ich kann euch versichern, dass einige der Wortspiele im Film so einfach viel besser zur Geltung kommen. General Aladeen rockt!

Kinostart: 17. Mai 2012 (DE)
Webseite: Republic of Wadiya

Trailer